in FSC Amilo Xi3650, Ubuntu, Windows

A Day in the Life of a User

Und zwar ein ziemlich verpfuschter… Es ist zwar Schneetreiben draussen und einigermassen kalt, aber sowas hat denn doch keiner verdient.

Es war wieder mal Zeit, mein mobiles Büro – den FSC Xi3650 – neu aufzusetzen:

  • Ubuntu 9.04 will schon länger auf 9.10 Karmic Koala hochgraduiert werden, allerdings warnt man allseits vor dem dist-update,
  • und ein Windows 7 Professional 64-Bit liegt bereit, um aufgesetzt und getestet zu werden – schliesslich will ich ja auch mal den MET-Player auf meinem 42-Zöller im Wohnzimmer ausprobieren (um von den notwendigen Tests mit Office 2007 auf Windows 7 für die lieben Kunden gar nicht erst zu reden)

Und was kommt dabei heraus?

Microsoft verspricht auf der Packung von Windows 7 vollmundig:

Willkommen zu Ihrem Computer, mit dem alles viel einfacher ist

Ein Vergleich mit vernichtendem Ergebnis für – richtig geraten: – Microsoft:

  • Neustarts inkl. Systemupdates: Windows 5 (plus 2 Userabmeldungen) – Ubuntu 2 (mit Kernelupdate)
  • Dauer System allein: Windows (so nackt, dass sogar Internet nur mit IE geht, brrr!) 1:10 h – Ubuntu [Software für (fast) alle Zwecke schon inklusive] 0:20 h
  • Dauer für Office Small Business/OpenOffice.org, Virenscanner, Editor, Visual Studio/Eclipse, Tools (RAR, ZIP usw.) (zusätzlich zur System-Aufsetzzeit, inkl. Download der Installationsdateien zum Medialess-Kit für Office Small Business): Windows 3:45 h – Ubuntu 0:15 h

Was bei beiden out-of-the-box und ohne allzu viel Fummeln klappt – wobei die Software-Installation, wo nötig, unter Windows jeweils ungleich aufwändiger ist als bei Ubuntu (Skype ist ein gutes Beispiel dafür – Website suchen, Installer downloaden, installieren vs. sudo apt-get install skype):

  • Keyboard, USB-Funkmaus, Kartenleser (miniSD)
  • Netzwerk: LAN, WLAN, UMTS (A1 und Drei) – der Aufwand für das Mapping von Netzlaufwerken ist dabei in etwa gleich hoch
  • Grafik: Auflösung 1920×1080
  • Sound: Mikro, Kopfhörer
  • Video: Codec nachinstallieren beim Windows Media Player vs. VLC, der alles abspielt
  • Webcam

Was bei Ubuntu out-of-the-box nicht klappt:

  • Suspend to Disk macht immer Probleme, ich habe mir daher abgewöhnt, es zu nutzen

Was bei Windows out-of-the-box nicht klappt:

  • Laufwerk-Verknüpfung zum NAS im Büro (via VPN): Der angegebene Netzwerkname ist nicht mehr verfügbar (scheint was mit dem Rechtemanagement in zu tun zu haben, aber die Lösung dieses Problems hätte den zeitlichen Rahmen dieser Competition gesprengt – da kann ja Microsoft nichts dafür, dass ich kein Certified W7 Admin bin).

Was habe ich bei Windows der Fairness halber für diese Competition weggelassen, was ich aber brauche?

  • Firefox und Thunderbird – IE oder Outlook kommen echt nicht in Frage, schon gar nicht, wo jetzt auch offiziell der Schrott als unsicher gilt
  • OpenOffice.org – ich weigere mich, das schwachsinnige neue Bedienkonzept von Microsoft Office zu akzeptieren, das greif ich derzeit nur im Notfall an!
  • Java, Eclipse
  • Perl

Und zu guter Letzt der Preis für den Spass:

  • System: Windows 245,00 Euro – Ubuntu 0,00 Euro
  • Office Small Business/OpenOffice.org: Windows 190,57 Euro – Ubuntu 0,00 Euro
  • Visual Studio/Eclipse: Windows 778,80 Euro (Update-Preis!) – Ubuntu 0,00 Euro
  • Virenscanner : 19,95 Euro (1 Jahr) – Ubuntu 0,00 Euro

Was kann jetzt mein Ubuntu weniger als mein Windows?

  • Der MET-Player der Metropolitan Opera New York ist wie gesagt 1. proprietär und 2. nicht für Linux erhältlich. Gier ist was schiaches. Ignoranz auch: ich tät ja das Abo genauso gern wenn nicht noch lieber zahlen, wenn’s einen Player für Linux hätten…

Und was kann mein Ubuntu, was ich bei Windows noch kaufen muss/müsste? Die Liste der Programme ist zwar nicht lang:

  • Mein ZIM Desktop Wiki ist mir inzwischen echt ans Herz gewachsen, wo tät ich sonst meine ganzen Infoschnipsel hin? Früher hatte ich auf Windows den Zettelkasten (ist aber eher steinzeitlich) und dann JOT+ – natürlich gegen Bares; viele Programme ausprobiert, mit keinem sonst glücklich geworden.
  • Mein Favorit ist aber jedenfalls das kleine Debian/Ubuntu-Programm aptitude: *gggggg*!

Der Sieger? Das überlasse ich denen, die rechnen können. Und: Zeit kostet schlussendlich ja auch nicht eben nichts – schon gar nicht meine. Ich hätt’ sie bestimmt lieber mit zwei Opern-DVDs verbracht: in einer Windows-Installation geht sich ja der halbe Ring aus! Und von den Updates, die einem beim Windows kostenpflichtig ins Haus stehen, will ich da noch gar nicht mal reden (Office 2010, Visual Studio 2010)…

Warum tut man sich dann das Windows überhaupt noch an?

  • Da sind zuerst mal die lieben Kunden: da gibt’s kein Linux, nur Windows, aber (noch) ausschliesslich XP – Vista haben sie allesamt unter Flüchen wieder abgeschafft, wenn sie’s denn überhaupt probiert haben.
  • Die Zusammenarbeit von OpenOffice mit Microsoft Office klappt nicht so reibungslos, wie man sich das wünschen würde. Zudem sind die Pivot-Tabellen echt ein Asset von Excel.
  • Es gibt leider proprietäre Dinge, die für Linux nicht angeboten werden. Ich versuche, sie soweit geht, zu ersetzen – und wenn es mental ist, indem ich darauf verzichte… Das ist wie mit Flash in Webseiten (wenn wer seine Menüs in sowas versteckt, muss ich schon echt die Not in Dosen haben, dass ich da überhaupt auch nur 1 Click weiter mache).
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