Back with Ubuntu – finally

Es ist eine Reise von hier nach dort und wieder zurück: mit Unity hat Ubuntu sich selber und seinen Nutzern keinen guten Dienst erwiesen. Die Oberfläche ist simpel, vielleicht tauglich für irgendwelche Kühlschränke und Bratfpannen, aber zu eingeschränkt für etwas, das einen programmierbaren Mikroprozessor, etwas Speicher und ein Display jenseits von eineinhalb Zoll hat. Für die ernsthafte Arbeit auf einem PC oder Notebook ist Unity nicht einmal Anfängern zumutbar.

Bis vor kurzem war auch Gnome 3 nicht hinreichend stabil, doch das Ausweichen auf LinuxMint bedeutet eine gewisse Gefangenschaft in der alten Gnome 2-Welt. Dass allerneueste LinuxMint 12 geht den Weg, die Funktionalitäten von Gnome 2 auf Gnome 3 zu portieren, was zumindest mittelfristig ein Wenig wie eine Sackgasse anmutet, kurzfristig aber noch weniger ausgereift ist als es die Basis Gnome 3 ohnehin noch ist.

Mit Ubuntu 11.10 ist zwar Gnome 3 nicht mehr von vornherein an Bord, doch ganz einfach nachzuinstallieren:
audo apt-get install gnome-shell

Beim nächsten Anmelden steht dann im Kontextmenü bei der Passworteingabe auch GNOME als Option zur Verfügung. Das unsinnige Unity-Zeug kann man dann ganz einfach restlos entfernen mittels
sudo apt-get remove unity
sudo apt-get autoremove

Nun ist der Gnome 3-Desktop ja auch noch nicht der Weisheit letzter Schluss – selbst wenn man sich eine Weile ehrlich bemüht, seine Arbeitsweise anzupassen, stellt sich doch heraus, das vielerlei Funktionen einfach fehlen.

Zuerst einmal die arg reduzierten Einstellmöglichkeiten… Dem ist jedoch mit dem Gnome-Tweak-Tool abzuhelfen:
sudo apt-get install gnome-tweak-tool

Unter “Spezielle Einstellungen” ist es dann abrufbar.

Schwerer wiegt schon, dass das Bedienungskonzept von Gnome 3 eine Arbeitsweise voraussetzt, die nicht jedermanns Sache ist und auch nicht in jede Situation passt. User Interfaces sollten sich den Benutzern anpassen und nicht von ihnen verlangen, sich zu verbiegen. Da aber Gnome 3 einige durchaus wegweisende neue Konzepte beinhaltet, ist der gangbare Weg wohl der einer Anpassung dessen, was da ist, so weit es geht.

Die Installation einiger vom LinuxMint-Projekt entwickelter Erweiterungen zur Gnome 3-Shell beschreibt HOWTOFORGE in einer zweiteiligen Anleitung – die Punkte auf der ersten Seite sind absolut anzuempfehlen, ob man aber den weiteren Schritt gehen möchte, die LinuxMint-eigene Portierung von Gnome 2 auf Gnome 3 namens Mate auch zu wollen, sei jedem selbst überlassen. Die MGSE{{1}} sind auf jeden Fall notwendig. Danke, Mint-Projekt!

Auch Synapse – aufrufbar mit CTRL-Space – ist unverzichtbar für flüssiges Arbeiten:
sudo apt-get install synapse

Und schließlich Guake, die per Hotkey ausklappbare Konsole:
sudo apt-get install guake

Einige weitere Lästigkeiten beheben

  • Einen guten Tipp, wie man die Entfernen-Taste im Dateimanager Nautilus wieder wie gewohnt zum Werkeln kriegt, gibt es hier – oder auch etwas weiter unten in diesem Post.
  • Die dämlichen Overlay-Scrollbars können natürlich auch entfernt werden, genauso wie das Mono-Framework – soferne man nicht grade Tools im Einsatz hat, die darauf aufbauen.
  • Dinge wie MP3, Flash usw. gehen durch Installieren des Pakets ubuntu-restricted-extras.
  • Sollte es Schwierigkeiten mit der Verwendung der Tastenkombination Ctrl-V im Dateimanager Nautilus geben, hilt eine kleine Änderung in der Datei ~/.gnome2/accels/nautilus: Vor der Zeile /ClipboardActions/Paste" "v" den Strichpunkt entfernen – desgleichen vor (gtk_accel_path "/DirViewActions/Trash" "Delete"): damit kann gleichfalls die Entfernen-Taste für das einfache Löschung im Dateimanager Nautilus wieder aktiviert werden.

Weitere interessante Informationen

  • Ebenfalls sehr gut, weil ähnlich dem, was man von Gnome2 gewohnt ist: die Places and Bookmarks Extension.
  • Brauchbare Gnome Shell Extensions listet Ubuntuusers auf.
  • Wie erstellt man Application Launcher?
  • Die Einstellung, die ehemals “Bevorzugte Anwendungen” hieß, um die Vorgaben für Email, Browser, Kalender usw. einzustellen, findet sich nunmehr: rechts oben auf den Ausschalter -> Systemeinstellungen -> Systeminformationen -> Vorgabe-Anwendungen.
  • Um auf dem Desktop einen Starter anzulegen, muss erstens die Option “FileManager handles Desktop” im gnome-tweak-tool aktiviert sein, zweitens gibt es hier eine Anleitung, wie über nautlius-scripts der Menüeintrag hergestellt werden kann.
[[1]]Mint GNOME Shell Extensions[[1]]
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